Medizinische Betreuung der Kloten Flyers
Brennpunkt: Medizinische Betreuung der Kloten Flyers
Eishockey als schnellste Mannschaftssportart der Welt ist geprägt von Härte, Dynamik und Tempo. Die Sportart zeichnet sich durch Schnelligkeit, Kraft, Koordination, Technik, Reaktionsfähigkeit, Spielverständnis und Taktik aus. Nur wer diese Fähigkeiten in hohem Mass besitzt, kann Eishockey auf höchstem Niveau ausüben. Die attraktive und erfolgreiche Spielweise der Kloten Flyers basiert auf überdurchschnittlicher Schnelligkeit und hohem technischem Können.
Die zunehmende Intensität des Spiels vor allem in Sachen Schnelligkeit sowie die physische Belastung der Spieler durch die steigende Anzahl ihrer Einsätze mit zu kurzen Erholungsphasen sind Gründe für das steigende Verletzungspotential. Die Betreuung durch ein breit abgestütztes medizinisches Staff (Spezialärzte, Physiotherapeuten, Masseure, Fitness- und Kraftinstruktoren, Ernährungsberater etc.) wird deshalb aus therapeutischer, aber vor allem auch präventiver Sicht immer wichtiger und aufwändiger. Spitzenspieler müssen heute vermehrt problem- bzw. schwächenorientiert trainieren.
Das medizinische Staff der Kloten Flyers umfasst sechs Spezialärzte für alle Verletzungen am Bewegungsapparat sowie je einen Herzspezialisten und einen Grundversorger. Unterstützt werden diese von zwei Masseuren und zwei sportkompetenten Physiotherapeuten. Tatkräftig unterstützt wird die Crew von der renommierten Orthopädisch Chirurgischen Klinik Wilhelm Schulthess in Zürich, deren sportmedizinische Abteilung für die aufwändigen sportspezifischen Untersuchungen und die Leistungsdiagnostik verantwortlich ist. Mit abnehmender Häufigkeit sind Körperkontakt, Schläger, Puck und Schlittschuh die häufigsten Unfallmechanismen. Prellungen, Hautverletzungen, Verstauchungen, Muskelzerrungen, Muskelfaserrisse, Frakturen sowie Zahnschäden sind in abnehmender Häufigkeit die wesentlichen Verletzungsarten. Kopf und Gesicht, Arme/Hände, Knie/Hüfte/Beine, Sprunggelenke/Füsse, Halswirbelsäule/Schultern sowie Rumpf inklusive Lendenwirbelsäule sind in ebenfalls abnehmender Häufigkeit die typischen Verletzungslokalisationen. Zunehmende Schnelligkeit und Härte sind mit Ursache für die häufiger auftretenden Hirnerschütterungen. Die steigende Belastung für Spieler ist aber auch verantwortlich für immer früher auftretende Schäden an Gelenken wie der Hüfte.
Eine enge Zusammenarbeit vom Arzt, Physiotherapeuten, Trainer und Spieler wird in Zukunft immer wichtiger, nicht zuletzt auch deswegen um mit gezielten präventiven Massnahmen sportspezifischen Verletzungen vorzubeugen. Ein enger Kontakt zwischen mir als verantwortlichem Clubarzt und dem Trainer-Duo Eldebrink/Hollenstein ist an der Tagesordnung. Dabei wird der gegenseitige Respekt grossgeschrieben und auch der mittel- und längerfristigen Gesundheit der Spieler Rechnung getragen. Aber auch die Clubführung insbesondere der Sportchef Jürg Schawalder als Bindeglied zu den Medien pflegt einen regen Kontakt mit der medizinische Abteilung. Im Zentrum steht aber nach wie vor die Zusammenarbeit mit den Spielern. Ihre Sprache wird schnell verstanden. Der Auftrag ist stets klar: Möglichst bald ohne mittel- und längerfristigen Schaden wieder spielfähig zu sein. Die medizinische Erfolgsquote wird durch den häufig unbändigen Willen, die notwendige Disziplin und harte Arbeit bestimmt. Entscheidende Tugenden, welche sich auch auf sportlicher Ebene und häufig ebenso nach der Karriere auszahlen.

Dr. med. U. Brunner
Facharzt Rheumatologie und Innere Medizin FMH, Kloten
Clubarzt der Kloten Flyers





